OmU: Father Mother Sister Brother

Diese Vorstellung läuft als Orignalfassung mit deutschen Untertiteln. Die deutsche Fassung am: 26.02., 27.02., 28.02. 01.03., 02.03. und 04.03.26

Venedig 2025: Goldener Löwe

Ein als Triptychon komponierter Spielfilm. Die drei Geschichten kreisen um die Beziehungen erwachsener Kinder zu ihren teils distanzierten Eltern und untereinander. Jedes der drei Kapitel spielt in der Gegenwart, jedes in einem anderen Land.

Im ersten Teil besuchen zwei Geschwister (Adam Driver und Mayim Bialik) nach längerer Zeit einmal wieder ihren im ländlichen New Jersey lebenden Vater, gespielt von Tom Waits. Wovon der Witwer lebt, ist auch seinen Kindern unklar und so unterstützen sie ihn gelegentlich. Dabei ahnen sie nicht, dass es ihm gar nicht so schlecht geht, wie er es vorgibt, und ihre Zuwendungen gerne einmal für den einen oder anderen Luxus verwendet. Tom Waits ist in Bestform und lässt den Sternenkrieger Adam Driver geradezu blass aussehen. Ein Wiedersehen gibt es mit der aus der Sitcom »The Big Bang Theory« bekannten Mayim Bialik.

Im zweiten in Dublin spielenden Teil steht eine von Charlotte Rampling gekonnt grantig und unterkühlt gespielte Mutter im Mittelpunkt. Sie erwartet ihre beiden Töchter zum Kaffeekränzchen, ein einmal jährlich stattfindendes Ereignis, das ebenso steif verläuft wie zuvor das Treffen mit dem Vater im ersten Teil. Auch hier wieder ein Starauflauf mit der herrlich verklemmt daher kommenden Cate Blanchett und ihrem extrovertiert-chaotischen Gegenpart, gespielt von Vicky Krieps.

Der dritte Teil spielt in Paris und konzentriert sich auf die Zwillinge Skye und Billy. Ihre Eltern sind bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen, jetzt sortieren sie gemeinsam ihren Nachlass und stellen fest, wie wenig sie beide eigentlich gekannt haben, was zu einigen berührenden Momenten führt.

Jarmusch gelingt die totale Entschleunigung, alle Beteiligten werden aus ihrem normalen Leben gerissen, um für eine kurze Zeit etwas zu tun , was für sie eigentlich keinen Sinn macht. So gesehen ist das Elternhaus vielleicht auch ein Tempel, der einen zwingt, einmal abzuschalten und darüber nachzudenken, wo man herkommt, und ob man den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Pressestimen:
»Ein zutiefst Jarmusch-artiger Film, ein stilles, episodisches Triptychon über Väter, Mütter, Geschwister und all die unbeholfenen Rituale, die uns lächerlich machen und doch menschlich halten. Mit seiner Mischung aus trockener Komik, lähmender Peinlichkeit und schleichender Melancholie wirkt er zugleich exzentrisch und berührend.« (Kinozeit)

Regiekommentar: : » ›Father Mother Sister Brother› eine Art Anti-Actionfilm; sein subtiler und ruhiger Stil ist sorgfältig aufgebaut, um kleinen Details Raum zu geben, sich zu entfalten – fast so, als würden Blumen behutsam in drei zarten Arrangements platziert. Die Zusammenarbeit mit den meisterhaften Kameraleuten Frederick Elmes und Yorick Le Saux, dem brillanten Editor Affonso Gonçalves sowie weiteren regelmäßigen Weggefährten erhebt das, was mit Worten auf einer Seite begann, zu einer Form von reinem Kino.» (Jim Jarmusch)

R
Jim Jarmusch
K
Frederick Elmes, Yorick Le Saux
M
Jim Jarmusch, Anika
S
Affonso Gonçalves
D
Tom Waits, Adam Driver, Mayim Bialik, Charlotte Rampling, Cate Blanchett, Vicky Krieps u.a.
Land
USA/IR/FR
Jahr
2025 
Genre
Drama
Länge
110 Minuten
FSK
ab 12
Tickets
bestellen
  • Sa., 28.02. 19:00