OmU: Mother Mary

Diese Vorstellung läuft im englischen Original mit deutschen Untertiteln.

Anne Hathaway als Pop-Ikone. Achtung: Der Film ist ein wahres Meisterwerk und ein bildstarken Gruseldrama.

Auch Popstars haben es nicht leicht, führen abseits des Rampenlichts ein einsames Leben, empfinden mitunter eine kaum erträgliche Leere. »Mother Mary« ist bei weitem nicht der erste Film, der die Vorstellungen des glitzernden Showgeschäfts dekonstruiert. Und doch findet der Hollywood-Dutzendware gerne umschiffende David Lowery – bereits in »A Ghost Story« und »The Green Knight« zeigt er ein feines Gespür für Zeit, Erinnerung und existenzielle Leerräume – einen eigenwilligen, aufregenden Zugang zu der Thematik. Vor allem darstellerisch und visuell hat sein mit Anne Hathaway und Michaela Coel prominent besetzter Genregrenzgänger einiges zu bieten und gern könnte man den beiden Schauspilerinnen noch viel länger dabei zusehen, wie sie das schwierige Verhältnis ihrer Figuren mit schonungsloser Intensität erforschen.

Mother Mary (Anne Hathaway) ist ein Megastar – auf der Bühne eine glamouröse Erscheinung, doch hinter den Kulissen erschöpft und einsam. Überwältigt von ihrem mit Spannung erwarteten Comeback sucht sie Zuflucht bei ihrer einstigen Freundin Sam (Michaela Coel), einer Designerin, die den ikonischen Stil von Mother Mary zu Beginn ihrer Karriere geprägt hat. Beide Frauen haben sich seit Jahren nicht gesehen und der Bruch ihrer Freundschaft sitzt tief. Während das neue Kostüm entsteht, kommen alte Wunden ans Licht.

Formal bewegt sich der »Mother Mary« zwischen Gegenwart und Erinnerung, ohne klare Trennlinien zu ziehen. Der Regisseur vertraut auf Überblendungen, auf visuelle Echoeffekte, die das Vergangene ins Jetzt einschreiben. Diese ästhetische Entscheidung verlangt Geduld, doch die erzeugte Spannung fesselt dabei ungemein. Ein assoziatives, metaphorisch aufgeladenes Independent-Kino, das zwischen Charakterdrama, Kommentar aufs Popgeschäft und Geistergeschichte changiert.

R
David Lowery
K
Andrew Droz Palermo, Rina Yang
M
Jack Antonoff, Daniel Hart, Charli xcx
S
David Lowery
D
Anne Hathaway, Michaela Coel, Hunter Schafer u.a.
Land
GB/USA
Jahr
2026 
Genre
Drama
Länge
112 Minuten
FSK
ab 12
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